{"id":64,"date":"2022-01-16T22:55:12","date_gmt":"2022-01-16T22:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/ergun-can.de\/?page_id=64"},"modified":"2022-01-18T23:28:33","modified_gmt":"2022-01-18T23:28:33","slug":"ergun-can","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ergun-can.de\/?page_id=64","title":{"rendered":"ERGUN CAN"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-gb64-69e169254c670\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb64-69e169254c670-0\"  class=\"panel-grid panel-has-style\" ><div class=\"panel-row-style panel-row-style-for-gb64-69e169254c670-0\" ><div id=\"pgc-gb64-69e169254c670-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb64-69e169254c670-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p><span style=\"font-size: 24px; color: #7f5900;\"><strong>Fasnet in Schramberg \u00b7 Wie alles begann<\/strong><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-gb64-69e169254c670-1\"  class=\"panel-grid panel-has-style\" ><div class=\"panel-row-style panel-row-style-for-gb64-69e169254c670-1\" ><div id=\"pgc-gb64-69e169254c670-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb64-69e169254c670-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p class=\"p1\">\u201eMeine Eltern haben mich nicht unterst\u00fctzt, aber es auch nicht verhindert.&#8220; Ergun Can erz\u00e4hlt in akzentfreiem Hochdeutsch mit alemannischem Einschlag \u00fcber die Schramberger Fasnet und \u00fcber das Maskenschnitzen. Ergun Can 1958 in Istanbul als Sohn eines selbst\u00e4ndigen Kaufmanns geboren.<\/p>\n<p class=\"p1\">Anfang 1962 entschlo\u00df sich der Vater, seinen Beruf aufzugeben und als Hilfsarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland sein Geld zu verdienen, Sp\u00e4ter folgten die Mutter, der 4\/4-j\u00e4hrige Ergun und die 3j\u00e4hrige Schwester dem Mann und Vater nach Schramberg; hier ist auch sein Bruder auf die Welt gekommen. Der Vater schickte die beiden \u00e4lteren Kinder in einen Kindergarten, so dass in der Grundschule die deutsche Sprache kein Hindernis mehr f\u00fcr die T\u00fcrkenkinder war. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er bei Junghans eine Mechanikerlehre und arbeitete eine Zeitlang in der Firma. Dann erwarb er die Fachhochschulreife; zur Zeit studiert Ergun Can an der Fachhochschule Konstanz Maschinenbau.<\/p>\n<p class=\"p1\">In der Schule hatte er nur deutsche Freunde. Sie spielten in ihrer Freizeit Fu\u00dfball und hatten bei der Fasnet mit Hexenmasken aus Plastik ihren Spa\u00df. \u201eEs hat uns irgendwann einmal gereizt, dass wir uns selber Masken schnitzen&#8220;, und am Jahreswechsel 1973\/74 hat der F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige seine erste Maske aus einem Holzklotz herausgeholt. Drei Sch\u00fcler der neunten Klasse \u2014 Ergun Can, Rudi Baikau und Michael Bauer \u2014 wandten sich an ihren Werklehrer mit der Bitte, ob er ihnen nicht die M\u00f6glichkeit zum Maskenschnitzen schaffen ,k\u00f6nne. Herr Hafner stellte ihnen die Werkbank und Schnitzmesser zur Verf\u00fcgung, er verwies sie auch an den \u00f6rtlichen Schnitzer Siegfried Schaub. Dieser erkl\u00e4rte den Buben in groben Z\u00fcgen den Schnitzvorgang und gab ihnen immer wieder, wenn n\u00f6tig, Ratschl\u00e4ge. Ja sie durften sogar nach Feierabend in seiner Werkstatt hantieren.<\/p>\n<p class=\"p1\">Die ersten viereckigen Holzkl\u00f6tze haben die Buben vom Werklehrer und vom Bildhauer erhalten und dann \u201emunter darauf los geschnitzt&#8220;. Ergun Cans erste Maske ist noch ein bi\u00dfchen gro\u00dffl\u00e4chig und unf\u00f6rmig geraten. Bei seiner zweiten Maske hat dann schon der Augenabstand gestimmt \u2014 nicht gr\u00f6\u00dfer als 5 cm \u2014, sind die W\u00e4nde dann schon d\u00fcnner ausgeschafft, die Backen st\u00e4rker ausgeh\u00f6hlt. Zur Zeit wiegt seine leichteste Maske 300\/350 g. Von Siegfried Schaub hatten die drei jungen Leute gelernt, dass die Nase der h\u00f6chste Punkt ist, dass man danach die Stirn runter schl\u00e4gt, die Backen heraushaut in der H\u00f6he der Augenbrauen und zuletzt in Richtung Kinn schafft. \u201eErst wird mal in groben Z\u00fcgen das Profil herausgehauen, bevor man es dann feiner bearbeitet.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><div id=\"pgc-gb64-69e169254c670-1-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb64-69e169254c670-1-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"2\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<p class=\"p1\">So hat jeder seine eigene Phantasie walten lassen, um die Masken zu schnitzen. Wir haben kein Motiv oder Modell gehabt, wo wir&#8217;s nachgeschnitzt haben.&#8220; An eine Schramberger Hanselmaske h\u00e4tten sie sich nie getraut, da diese von der Narrenzunft &#8222;abgenommen&#8220; wird. Bei einer frei erdachten Hexenmaske war es den jungen Schnitzern freigestellt, die Nase so oder so zu kr\u00fcmmen. Und wenn am Mund ein St\u00fcckchen gefehlt hat, so hat man es so verarbeitet, dass niemand etwas davon hat merken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Bis zur Fasnet 1974 hatte jeder drei Masken fertiggebracht, die zum Teil ausgeliehen wurden. So konnte eine Gruppe von neun \u201eFalkenhexen&#8220; mitspringen. Auf diesen Namen f\u00fcr die neue Maske ist man zuf\u00e4llig gekommen, da Rudi Baikau im Stadtteil Falkenstein wohnte. Zugleich wollte man sich damit auch von den \u201eRo\u00dfwaldhexen&#8220; distanzieren, die Kunststoffmasken aus Spritzguss bevorzugten. Die Falkenhexe kam bei der Jugend an, und bei den Hobbyschnitzern wurden weitere bestellt, 1977 oder 1978 haben die Falkenhexen eine Narrenzunft gegr\u00fcndet, die mittlerweile rund 60 Mitglieder z\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Im Winter 1981\/82 hat Ergun Can in den Semesterferien zehn Masken an seiner Werkbank im Keller hergestellt; acht waren bestellt. Er verwendet Lindenholz, das mehr als vier Jahre gelagert ist. Aus den 15-16 cm starken Dielen wird mit der Bands\u00e4ge ein Oval zugeschnitten. Fr\u00fcher hat er allein drei bis vier Stunden gebraucht, um aus den viereckigen Kl\u00f6tzen das ungef\u00e4hre Gesichtsrund zu erhalten. Seine Schnitzmesser sind f\u00fcr ihn \u201eein Heiligtum&#8220; und so scharf, dass man sich damit beinahe rasieren kann. 20-25 Stunden ben\u00f6tigt er f\u00fcr ein St\u00fcck, f\u00fcrs Schnitzen und Bemalen. Erst wird mit mattem Holzgrundlack grundiert, den das Holz aufsaugt; dann kommt Glanzlack darauf und zuletzt Pulverfarbe, in Glanzlack eingemischt. In der Farbgestaltung sind die Falkenhexen einheitlich; als Grundfarbe dient ein dunkles Braun, die Falten sind grau, die Z\u00e4hne wei\u00df, Mund und Kinn rot. Ein 3,5 mm dickes Kupferkabel ist an der Maske befestigt und dient als Gestell f\u00fcr ein rotes wei\u00dfgepunktetes Kopftuch, damit die Maske gr\u00f6\u00dfer wirkt, Auch das H\u00e4s, das die Narrenzunft herstellen l\u00e4\u00dft und an seine Mitglieder verkauft, ist uniform. In jeder Maske ist die Jahreszahl der Entstehung eingeschnitten sowie ERM, also die Anfangsbuchstaben der drei Freunde. In letzter Zeit signiert Ergun Can nur noch mit E. Bei seiner Arbeit ist er von Siegfried Schaub auf den Grundsatz eingeschworen: Wenn man schnitzt, dann nur mit Handwerkzeug! Ergun Can verwendet keinen Bohrer, weder f\u00fcr die Augen und den Mund noch beim Aush\u00f6hlen. Dabei wei\u00df der gelernte Mechaniker, dass es Fr\u00e4sen gibt, die das Gesch\u00e4ft erleichtern. M. B.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fasnet in Schramberg \u00b7 Wie alles begann \u201eMeine Eltern haben mich nicht unterst\u00fctzt, aber es auch nicht verhindert.&#8220; Ergun Can erz\u00e4hlt in akzentfreiem Hochdeutsch mit alemannischem Einschlag \u00fcber die Schramberger Fasnet und \u00fcber das Maskenschnitzen. Ergun Can 1958 in Istanbul als Sohn eines selbst\u00e4ndigen Kaufmanns geboren. 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